„Wieder unnötig Punkte liegen gelassen“ | Kurier Dachau

Veröffentlicht am 10.10.2026 17:33

„Wieder unnötig Punkte liegen gelassen“

Zu Gast beim FV Illertissen 1921 im bayerisch-schwäbischen Landkreis Neu-Ulm, kam der TSV 1860 München vor 4.200 Zuschauern nicht über ein 1:1 (0:0)-Unentschieden hinaus. Zwei verlorene Punkte in der Regionalliga Bayern für die Giesinger, die die Begegnung, vor allem in der zweiten Halbzeit, spielerisch lange dominierten. Löwen-Trainer Alper Kayabunar musste krankheitsbedingt auf die etatmäßigen Außenverteidiger Lance Fiedler und Mark Gevorgyan sowie auf Eric Uhlmann verzichten.

Auf tiefem Boden und bei Dauerregen brauchten die Gäste etwas Anlaufzeit, dann setzte sich Fabian Wagner auf der rechten Seite durch. Seine Flanke köpfte Emre Erdoğan aus acht Metern per Flugkopfball ans Außennetz (8. Min.). Die Schwaben standen in der Defensive gut, überließen den Löwen über weite Strecken den Ball und verlegten sich auf Konterattacken. Bei einem ihrer Ausflüge in Richtung des gegnerischen Strafraums lief nach einem Pass in die Tiefe plötzlich Torjäger Denis Milic frei auf Löwen-Schlussmann Vitus Eicher zu, schoss aber am Tor vorbei (28. Min.). Zwingende Torraumszenen für die Gäste blieben Mangelware. Das Team um Kapitän Dennis Dressel vermochte aus seinem spielerischen Übergewicht kein Kapital zu schlagen.

Im zweiten Durchgang drückten die Münchner energischer auf den Führungstreffer. Wieder war Erdoğan beteiligt, der sich im Dribbling über die linke Seite durchsetzte, aber aus spitzem Winkel an FVI-Torhüter Daniel Adamczyk scheiterte (54. Min.). Einen gefährlichen Abschluss von Florian Niederlechner klärte Illertissens Verteidigung mit vereinten Kräften zur Ecke (64. Min.). Auf der Gegenseite verpasste der agile Milic eine scharfe Hereingabe des liechtensteinischen Nationalspielers Alessio Hasler nur um Haaresbreite (67. Min.). Stattdessen trafen die Gäste. Eine Ecke von links durch Tunay Deniz landete auf Umwegen bei Felix Weber, der den Ball per Kopf auf den am Fünfmeterraum lauernden Niederlechner ablegte, der mit einem Schuss aus der Drehung Adamczyk zum 0:1 überwand (70. Min.). Tor Nummer fünf im zwölften Spiel für den ehemaligen Bundesligastürmer.

Doch statt mit der Führung im Rücken weiter auf dem Gaspedal zu bleiben, ließen die Münchner nach – und wurden prompt bestraft. Es reichte eine Flanke aus dem linken Halbfeld. Der Ball segelte von Shaban Veselajs Fuß über 30 Meter zu Milic, der im Zentrum weitgehend unbedrängt zum 1:1 einköpfen konnte (83. Min.). Danach rannten die Löwen bis zum Schlusspfiff wild an. Der eingewechselte Cristian Leone wurde vom ebenfalls neu ins Spiel gekommenen Michael Eberwein per Hacke in Szene gesetzt, doch der 21-Jährige jagte den Ball freistehend aus 15 Metern hektisch über den Querbalken (88. Min.).

In der Nachspielzeit ergab sich für Erdoğan noch einmal eine Großchance. Julian Bell hatte sich auf der rechten Seite durchgesetzt und mit viel Gefühl auf den zweiten Pfosten geflankt, wo der freistehende Außenstürmer zum Kopfball kam. Doch er setzte das Leder aus sechs Metern zum Entsetzen der mitgereisten Fans neben das Tor. Mit dem Ergebnis können die bayerischen Schwaben besser leben als die Münchner. Dennis Dressel, der Kapitän der Giesinger, monierte im TV-Interview mit DF1 nach dem Spiel, dass man wieder einmal unnötig Punkte liegengelassen habe.

Immerhin reicht dem TSV 1860 München das Remis in Illertissen, um in der Tabelle auf den dritten Platz zu klettern.. Der Spitzenreiter TSV Buchbach hat weiterhin sieben Punkte Vorsprung auf die Löwen, aber bereits eine Partie mehr absolviert. Trainer Kayabunar befürchtete, das Spiel könnte seiner Mannschaft viel Kraft gekostet haben, und hofft für das kommende Heimspiel am Dienstagabend gegen die SpVgg Bayreuth um 19 Uhr im Grünwalder Stadion auf eine Rückkehr der Erkrankten. (as)

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