Der TSV 1860 München III bleibt nach einem 4:2 (1:2)-Sieg gegen den TSV Gräfelfing in der Kreisliga auf Kurs. Wie schon zum Saisonauftakt (2:2) bereiteten die „Wölfe” den Amateur-Löwen auch im Rückspiel alle Mühe. Nach zweimaligem Rückstand drehten die Weiß-Blauen die Partie erst in der Schlussviertelstunde. In der Hinrunde war der Aufsteiger aus dem Münchner Südwesten Dauergast im Tabellenkeller. In der Rückrunde zählen die Blau-Schwarzen hingegen zu den fünf erfolgreichsten Mannschaften der Kreisliga Gruppe 2.
Vor rund 100 Zuschauern auf der Sportanlage in Obergiesing hatten sich die Gäste ihre Führung im ersten Durchgang redlich verdient. Mit mutigem Angriffspressing und großem kämpferischem Einsatz begegneten sie den spielüberlegenen Gastgebern. Diese wurden dadurch immer wieder zu langen unkontrollierten Bällen gezwungen, die von der Gräfelfinger Defensive gut verteidigt wurden. Die Führung der „Wölfe“ resultierte aus einer Überzahlsituation. Innenverteidiger Jens Förtsch erlitt in einem Zweikampf eine blutende Nasenverletzung und wurde außerhalb des Platzes behandelt. Nach einem weiten Einwurf kam Jonas Einloft im Strafraum an den Ball und traf zum 0:1 (18. Min).
Der Ausgleichstreffer von Jeffrey Ebert für den TSV 1860 München III war sehenswert. Nach einer starken Balleroberung von Kenyan Price segelte das Leder von der linken Seite in den Strafraum. Die Gräfelfinger Verteidigung konnte diesmal nicht weit genug klären, sodass Ebert im Rückraum an den Ball kam. Er zögerte nicht lange und jagte das Leder per Dropkick als Bogenlampe aus 25 Metern über Torhüter Luca Titze hinweg zum 1:1 in die Maschen (23. Min.). Doch die Gäste konnten sportlich antworten. Wieder attackierten sie die Hausherren bereits am eigenen Sechzehnmeterraum. Marco Gröschel übersah einen Gegenspieler und spielte ihm den Ball in die Beine. Den darauffolgenden Querpass verwandelte Torjäger Johannes Münch aus zehn Metern zum 2:1 für die „Wölfe“ (31. Min.). Das war zugleich der Pausenstand.
In der Begegnung gab es zwei Verletzte. Bei den Amateur-Löwen musste Nicolas Barth bereits im ersten Durchgang nach einer halben Stunde humpelnd und von Mitspielern gestützt das Feld räumen. Beim TSV Gräfelfing zog sich Simon Gegenbauer in einem Luftduell nach einem Eckball eine Kopfverletzung zu und konnte nach längerer Behandlung nicht mehr weiterspielen (69. Min.). Im zweiten Durchgang bestimmten die Gastgeber das Spiel. Der Ausgleich zum 2:2 fiel nach einer schnell vorgetragenen Ballstafette über die linke Seite. Felix Rothe, der für den verletzten Barth eingewechselt worden war, traf mit einem platzierten Flachschuss in die lange Ecke (79. Min.).
Schiedsrichter Felix Spindler hatte die phasenweise durchaus hitzige Partie gut im Griff. Weniger im Griff hatte dagegen Gräfelfings Münch seine Nerven. Nach einem für seine Mannschaft gepfiffenen Freistoß rief er seinem Gegenspieler noch laut hörbar eine derbe Beleidigung hinterher. Dem Unparteiischen, der nur einen Meter daneben stand, blieb gar nichts anderes übrig, als die verbale Entgleisung mit der Roten Karte zu ahnden (88. Min). Münch erwies seiner Mannschaft damit einen Bärendienst, denn nun kippte die Partie.
Hinzu kam, dass die Gäste auch in Unterzahl ihre Spielweise nicht umstellten. Anstatt sich in der verbleibenden Spielzeit tief in die eigene Hälfte zurückzuziehen und das Unentschieden mit Mann und Maus zu verteidigen, entschied sich der TSV Gräfelfing dafür, weiter mitzuspielen und auch in Unterzahl offensiv anzulaufen. Dadurch entstanden Lücken im Defensivverbund, die sie nicht mehr schließen konnten. Angriff um Angriff der Sechzger rollte nun auf ihr Tor.
Amateur-Löwen-Trainer Roberto Kuri schickte mit Peter Lettenbauer und Mario Krischel zwei frische Offensivkräfte aufs Feld. Eine Maßnahme, die sich bezahlt machen sollte. Nach einer Ecke von rechts, die Rothe in den Strafraum schlug, köpfte Lettenbauer zum 3:2 ein (90. Min. +4). Die konsternierten „Wölfe“ lösten nun ihren Defensivverbund auf, warfen alles nach vorn, um vielleicht noch zum Ausgleich zu kommen, kassierten aber stattdessen einen weiteren Gegentreffer. Wieder war Rothe beteiligt, der die Restverteidigung überrannte und den Ball über den ihm entgegeneilenden Schlussmann in die Mitte hob, wo der mitgelaufene Krischel aus kurzer Distanz das 4:2 markierte (90. Min. +7).
Am kommenden Samstag, den 18. April, kommt es um 17:30 Uhr auf der Sportanlage an der St.-Martin-Straße 35 in Obergiesing zu einem entscheidenden Verfolgerduell um den Aufstiegsrelegationsplatz: Der Drittplatzierte TSV 1860 München III trifft auf den Zweitplatzierten SV München West, der aus einer Fusion des SC Armin 1893 München mit dem FC Ludwigsvorstadt 1959 zur Saison 2023/2024 entstanden ist. (as)